Traumaspezifische Symptome

Schwer traumatisierte Menschen entwickeln nach einer traumatischen Erfahrung anhaltende traumaspezifische Symptome wie Albträume, Flashbacks oder andere intensive Erinnerungen, die sich nicht abschalten lassen. Außerdem vermeiden sie möglichst alles, das irgendwie an das Geschehen erinnert und befinden sich in einem Zustand lähmender Starre oder in ständiger „Alarmbereitschaft“, Angst und Panik bis hin zu dem Gefühl, verrückt zu werden. Diese Symptomatik, die zunächst eine normale Reaktion des gesamten psycho-organischen Systems auf Extremstress darstellt, hört bei diesen Menschen nach einiger Zeit nicht auf, sondern hält an und chronifiziert.
Wiederum in anderen Fällen treten traumaspezifische Stressreaktionen erst viel später nach dem Ereignis, sozusagen verzögert auf, mitunter Jahre oder sogar Jahrzehnte später. Hierbei spricht man von einer sog. komplexen PTBS.
Es handelt sich in der Tat um komplexe innerpsychische Vorgänge, die dadurch noch kompliziert werden, dass ein Trauma bzw. eine Traumatisierung selten allein kommt. Dies bedeutet, dass ca. 80 % aller traumatisierten Menschen komorbide Störungen entwickeln, also Symptome, die mit der Traumatisierung einhergehen bzw. ihr folgen. Hierzu zählen in erster Linie Depressionen, Angststörungen, Schmerzstörungen, Essstörungen bzw. jede andere Form von Suchtverhalten.