Traumatisierung

Einem Trauma ausgesetzt gewesen zu sein ist nicht identisch mit „Traumatisierung“.
Viele Menschen erleben extreme Stressereignisse, also traumatische Erfahrungen, ohne automatisch traumatisiert zu sein. Die meisten Menschen erholen sich nach einem Trauma wieder, d.h. die Wunde kann verheilen, das Erlebnis wird verarbeitet und in den Lebensalltag oder das (neue) Lebenskonzept integriert. Ob dies gelingt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die während der traumatischen Situation und danach wirken. Hierzu gehört z.B. die Dauer des traumatischen Geschehens selbst, die Häufigkeit von traumatischen Ereignissen und vor allem die Art des Ereignisses. Absichtliche, sog. „man-made“-Traumata wie z.B. jede Form von sexueller oder anderer Gewalt, sexueller Missbrauch, Kriegserleben und Folter tragen ein weitaus höheres Risiko für die Betroffenen, eine sog. PTBS zu entwickeln als Verkehrsunfälle, Naturkatastrophen oder ähnliches. Entscheidend bei der Verarbeitung eines Traumas sind außerdem Alter und Geschlecht und die sog. Resilienzfaktoren, d.h. alle protektiven Möglichkeiten, die das Individuum selbst schon mitbringt und die von der sozialen Umwelt in der traumatischen Situation selbst bzw. danach eingebracht werden.